Eine von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern initiierte Studie untersucht, ob ein bereits zugelassenes Medikament aus der Gruppe der sogenannten SGLT2-Hemmer (Dapagliflozin) den Krankheitsverlauf von autosomal dominanter polyzystischer Nierenkrankheit (ADPKD) positiv beeinflussen kann.
Seit einigen Jahren gibt es für Menschen mit Nierenerkrankungen eine neue und wirksame Therapieoption, die sogenannten SGLT2-Hemmer. Leider können nicht alle Betroffenen von dieser Therapie profitieren. Menschen mit Zystennieren etwa sind ausgenommen, so dass aktuell die Wirksamkeit und Sicherheit des Ansatzes bei Zystennieren nicht geklärt ist. Zystennieren sind die häufigste Form einer genetischen Nierenkrankheit und betreffen weltweit mehr als 10 Millionen Menschen. Ein Team um den Nierenspezialisten Univ.-Prof. Dr. Roman-Ulrich Müller, Professor für Translationale Nephrologie und Sprecher des Zentrums für Seltene und Erbliche Nierenerkrankungen an der Uniklinik Köln, konnte bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über drei Millionen Euro für die ersten drei Jahre eines Studienprogrammes einwerben, welches diese Frage beantworten soll. Eine Folgeförderung für die drei Folgejahre ist bereits avisiert. Die groß angelegte STOP-PKD Studie ist nun in Köln gestartet. An dem Projekt sind auch internationale Partnereinrichtungen beteiligt.
„Wir haben den ersten entscheidenden Meilenstein erreicht. Das erste Prüfzentrum ist nun in Köln initiiert. Über den Verlauf der nächsten sechs bis neun Monate werden nun mindestens 26 weitere Zentren in Deutschland, den Niederlanden, Spanien und Österreich mit STOP-PKD beginnen“, sagt Prof. Müller.
Die STOP-PKD-Studie wird von der DFG gefördert und finanziert. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), die Europäische Nierenvereinigung (ERA) und das Europäische Referenznetzwerk für seltene Nierenerkrankungen (ERKNet) befürworteten im Rahmen des DFG-Antrags ausdrücklich die Durchführung der Studie zur Erforschung neuer Therapiemöglichkeiten bei ADPKD. Zusätzlich unterstützen und beraten verschiedene Patientenvereinigungen die Studie.
