Kurzbiographie
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M. Cristina Polidori stammt aus Perugia, Italien. Sie absolvierte ihr Medizinstudium an der Universität von Perugia im Jahr 1993 mit Auszeichnung und promovierte mit Auszeichnung. Anschließend wurde sie zur Prüfärztin für eine wegweisende Studie über Hundertjährige in Italien ernannt. Dort begann sie den Einfluss des Lebensstils auf gesundes Altern zu erforschen. Zwischen 1994 und 1997 arbeitete sie als Forschungsstipendiatin am Neurology Department des Massachusetts General Hospital / Harvard University sowie am Whitaker Cardiovascular Institute / Boston University. Im Jahr 2000 erlangte sie den Facharztstatus für Gerontologie und Geriatrie an der Medizinischen Fakultät der Universität Perugia. Von 2000 bis 2002 war sie als EU-Gastforscherin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf tätig, wo sie sich im Rahmen des Marie-Curie-Programms "Quality of Life and Management of Living Resources" mit den Auswirkungen von oxidativem Stress auf altersbedingte Krankheiten und deren Modulation durch Ernährung beschäftigte. Unter der Betreuung von Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Sies etablierte sie ein neues Forschungsgebiet, das sich auf das Gleichgewicht von Oxidantien und Antioxidantien bei altersbedingten Krankheiten konzentrierte. Im Jahr 2002 erhielt sie die Venia legendi in physiologischer Chemie und erlangte die deutsche Approbation als Ärztin.
In den folgenden Jahren vertiefte und verstärkte Univ.-Prof. Dr. Polidori ihr Interessengebiet, auch dank Ad-hoc-Aufenthalten in Laboren im Ausland, u.a. am Linus-Pauling-Institut (Corvallis, Oregon, USA) und am Institute of Health and Life Sciences der Aston University in Birmingham, UK. In diesen Jahren beschäftigte sich Univ.-Prof. Dr. Polidori auch mit ethischen Aspekten klinischer Entscheidungen bei älteren Patienten und promovierte im Jahr 2005 in Philosophie. 2007 erhielt Univ.-Prof. Dr. Polidori den Catherine-Pasquier-Preis der Society for Free Radical Research Europe. Nach Erhalt ihrer apl-Professur bewarb sie sich als klinische Gastforscherin am Forschungskolleg der Robert-Bosch-Stiftung und war von 2008 bis 2012 an der Klinik für Geriatrie des Marienhospitals Herne und der Ruhr-Universität Bochum tätig. In dieser Zeit konzentrierte sie sich auf die Bedeutung vaskulärer Komorbiditäten für den Beginn und das Fortschreiten des altersbedingten kognitiven Abbaus. Ihre Erkenntnisse zur kritischen Rolle von Gefäßpathologien bei der Neurodegeneration wurden in mehreren Publikationen behandelt und mit dem Schiffbauer-Preis für Geriatrie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie 2012 ausgezeichnet. Im Jahr 2013 wurde Univ.-Prof. Dr. Polidori zur Forschungskoordinatorin des Instituts für Geriatrie an der Universität zu Köln ernannt und trug wesentlich zur Beteiligung dieses Zentrums an der internationalen multizentrischen Studie MPI_Age bei. 2014 erhielt Univ.-Prof. Dr. Polidori für ihre Studien zur extremen Langlebigkeit das „honorary fellowship“ des Royal College of Physicians of London und wechselte 2015 als Leiterin der Klinischen Alternsforschung an die Klinik II für Innere Medizin der Universitätsklinik Köln.
Die Prinzipien der patienten- und zielorientierten Altersmedizin werden von PatientInnen, Familienangehörigen, Pflegepersonal, TherapeutInnen und ÄrztInnen gleichermaßen positiv aufgenommen. Es ist von großer Bedeutung, dass nicht nur PatientInnen und Pflegepersonal, sondern auch Angehörige aller Gesundheitsberufe und BürgerInnen das bestmögliche Fachwissen erhalten, um Kompetenz in Gesundheitsfragen zu erlangen. Aus diesem Grund organisiert Univ.-Prof. Dr. Polidori auch Workshops für Bürgerinnen und Bürger und aktualisiert Kurse für nichtmedizinische Gesundheitsberufe wie Laborassistenten und Physiotherapeuten.
Die Projekte von Univ.-Prof. Dr. Polidori und ihrer Gruppe sowie die Ergebnisse der Studien werden in internationalen, von Fachkollegen begutachteten Zeitschriften veröffentlicht, auf wichtigen nationalen und internationalen Konferenzen auf diesem Gebiet vorgestellt und mit Preisen wie dem Preis für Interdisziplinäre Altersforschung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie oder dem Wilhelm-Woort-Preis für Alternsforschung ausgezeichnet. 2016 erhielt Univ.-Prof. Dr. Polidori eine zweite Venia legendi in Geriatrie an der Universität zu Köln und ist seitdem voll verantwortlich für alle Lehraktivitäten im Fachgebiet Altersmedizin und Geriatrie an der Uniklinik Köln. Sie ist nun Fachärztin für Innere Medizin und Geriatrie. In der im Oktober 2019 eröffneten Abteilung für Universitäre Altersmedizin am Universitätsklinikum Köln werden alle genannten Prinzipien der personalisierten Medizin angewendet.
Univ.-Prof. Dr. Polidori arbeitet eng mit den weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Geriatrie zusammen, darunter die Abteilung für Klinische Alternsforschung am Karolinska-Institut und das National Institute of Aging / National Institutes of Health in Baltimore. Sie ist Mitglied mehrerer nationaler und internationaler Projekte, ehemalige Präsidentin des Deutschen Wissenschaftsforums Geriatrie e.V., Präsidentin des Bundesverbands Gedächtnistraining e.V., Delegierte der International Federation on Aging und assoziiertes Mitglied von CECAD. Sie ist Autorin von über 150 internationalen begutachteten Publikationen auf dem Gebiet der ernährungsbezogenen kognitiven Neurowissenschaften, der translationalen Altersmedizin und der personalisierten Geriatrie und hat einen h-Index von 46. Sie ist Herausgeberin des Buches "Learning Geriatric Medicine", erschienen bei Springer 2018. Bedeutende Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Geriatrie - Präsidenten nationaler und europäischer geriatrischer und gerontologischer Gesellschaften, international anerkannte Geriater und Gerontologen u.a. - haben Vorträge auf den Kölner Symposien für Altersmedizin gehalten, die seit 2015 jährlich im Kölner Zentrum für Molekulare Medizin unter der Verantwortung von Prof. Polidori stattfinden.
Univ.-Prof. Dr. Dr. M. Cristina Polidori ist Mitglied im IPHS Doctoral Committee.