Spezialambulanz Altersmedizin

In unserer Altersmedizinischen Spezialsprechstunde möchten wir mit Ihnen und Ihren Angehörigen zusammen in einem vertrauensvollen und kompetenten Umfeld einen individuellen Behandlungsplan für das gemeinsam abgestimmte Behandlungsziel finden.

Mit zunehmendem Lebensalter kommt es zu physischen, funktionellen und psychosozialen Veränderungen, die aufgrund ihrer vielschichtigen Ursachen und Komplexität viel Zeit bei der Diagnostik erfordern und einer individuellen Versorgung und Behandlung bedürfen. Die Geriatrie beziehungsweise Altersmedizin fokussiert sich auf die Behandlung dieser Erkrankungen.

Patientinnen und Patienten, die einer Behandlung im Universitätsklinikum bedürfen, erfahren hier nach einer akuten Erkrankung oder Operation eine ganzheitliche Versorgung. Zur optimalen Versorgung älterer Menschen hat die Uniklinik Köln eine altersmedizinische Ambulanz gegründet, die eng mit Hausarztpraxen und den umliegenden Krankenhäusern der Geriatrie kooperiert. Zudem arbeitet die Spezialambulanz Altersmedizin der Uniklinik Köln eng mit dem Klinikum Köln Weyertal sowie der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, der Klinik und Poliklinik für Neurologie und dem Exzellenzcluster CECAD zu Fragen der Klinischen Altersforschung zusammen.

Univ.- Prof. Dr. Maria Cristina Polidori, Fachärztin für Innere Medizin und Geriatrie, Oberärztin und Leitung Klinische Altersforschung

Ziel ist es, dem einzelnen Menschen ein größtmögliches Maß an Gesundheit, Wohlbefinden, Lebensqualität und Autonomie bis ins hohe Alter zu ermöglichen und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Diagnostik und Behandlung richten sich an Patientinnen und Patienten nach einem stationären Aufenthalt, aber hier können auch andere geriatrische Krankheitsbilder und Syndrome behandelt werden.

Univ.- Prof. Dr. Maria Cristina PolidoriFachärztin für Innere Medizin und Geriatrie, Oberärztin und Leitung Klinische Altersforschung

Kontakt

Diana Mariucci
Telefon +49 221 478-30966
Telefax +49 221 478-1064210
E-Mail diana.mariucci@uk-koeln.de

Unser Leistungsspektrum

Unsichtbare beschleunigte Alterung: Frailty

Mit zunehmendem Alter können Behandlungsleitlinien nicht immer in vollem Umfang eingesetzt werden, da die physiologischen Voraussetzungen des alternden Menschen, sein soziales Unterstützungssystem, seine Wünsche und Erwartungen an die verbleibende Lebenszeit dies nicht mehr erlauben. Der medizinisch-wissenschaftliche Begriff „Frailty“ beschreibt ein multidimensionales geriatrisches Syndrom, das durch Verlust von individuellen Reserven sowie eine erhöhte Vulnerabilität gegenüber internen und externen belastenden Einflussfaktoren gekennzeichnet ist. Gebrechlichkeit ist durch körperliche Schwäche, geringe Belastbarkeit, Hinfälligkeit und Fragilität charakterisiert; Frailty kann auch in Abwesenheit von Multimorbidität und Behinderung auftreten und als reines Altersphänomen dem biologischen Alter einer Person entsprechen. Frailty ist ein wichtiger Risikofaktor für Pflegebedürftigkeit, aber nicht mit dem Vorliegen von Behinderung gleichzusetzen. Frailty kann verhindert und behandelt werden und wird in unserer Sprechstunde anhand eines mehrdimensionalen klinischen Instrumentes berechnet. Daraus werden individuelle Empfehlungen hergeleitet.

Kognitive Störungen im Alter

Bei vermehrter Vergesslichkeit wird „das Älterwerden“ häufig verantwortlich gemacht.

Tatsächlich sollte man genau hinschauen:

  1. Wenn man immer schon ein schlechtes Namensgedächtnis hatte, darf man auch im Alter eine gewisse „Wortfindungsstörung“ haben, die allerdings altersmedizinisch, mehrdimensional untersucht werden sollte.
  2. Ist die Vergesslichkeit neu und entstehen dadurch eine Sorge, ein subjektiver Leidensdruck, so sollte dies ernst genommen werden, denn aktuelle Forschungen zeigen,  dass sich eine Demenz entwickeln könnte.
  3. Entstehung und Verschlechterung der kognitiven Störungen im Alter können häufig durch Lebensstilmaßnahmen, Verbesserung der Begleiterkrankungen, Medikationsanpassungen verhindert werden
  4. Durch die enge Kooperation der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie,  der Klinik und Poliklinik für Neurologie und dem Exzellenzcluster CECAD können kognitive Störungen durch bestmögliche diagnostische und therapeutische Algorithmen versorgt werden.
Schwindel und Gangstörungen im Alter

Im Laufe eines Jahres konsultieren 50% der über 80-Jährigen, 30% der 70- bis 80-Jährigen und 20% der 60- bis 70-Jährigen einen Arzt als Folge von Schwindel.

Das Symptom „Schwindel“ umfasst ein breites Spektrum von Beschwerden und der diagnostische Prozess sollte strukturiert erfolgen. Aufwändige Untersuchungen sollten nur gezielt bei konkreter Verdachtsdiagnose durchgeführt werden. Im Alter ist Schwindel gekennzeichnet durch oft wenig konkretes Körpererleben oder Symptome wie zum Beispiel Benommenheitsgefühl, Unwohlsein und Gangunsicherheit.

Altersassoziierte Störungen der Sehkraft, des Hörens, des Gleichgewichtssinnes, der Nervenfunktion, der Gefäße oder der muskulären Funktion sowie Multimorbidität, Polypharmazie, Herzrhytmusstörungen oder psychosomatische Störungen können alleine oder in Kombination Schwindel im Alter verursachen.

Weitere geriatrische Syndrome

Mit zunehmendem biologischem Alter können Syndrome wie Mangelernährung, Sarkopenie (Muskelschwund), Inkontinenz und Schluckstörungen auftreten, die häufig prominente psychosoziale und funktionelle Ursachen und Auswirkungen haben. Solche klinischen Störungen, häufig verknüpft mit ungünstigen gesundheitlichen Folgen, sind nicht Ausdruck einer einzelnen Krankheit, sondern multifaktorieller Genese und deshalb meist auch nur durch einen multidimensionalen Untersuchungs- und Behandlungsansatz nachhaltig beherrschbar.

Ihr Termin bei uns

Bitte bringen Sie zur Untersuchung und Behandlung in der Spezialambulanz Altersmedizin folgende Unterlagen mit:

  • Ihre Krankenkassenkarte/ Versichertenkarte
  • Überweisung
  • Röntgenbilder
  • Ergebnisse auswärtiger Untersuchungen
  • Arztbriefe und Behandlungsberichte
  • Liste der aktuell von Ihnen eingenommenen Medikamente